Fenster winterfest machen
Mit sechs Handgriffen machst du deine Fenster winterfest. So prüfst du Dichtungen und Beschläge und findest Zugluft, bevor es richtig kalt wird.


Im Herbst merkst du schnell, wie gut deine Fenster noch schließen. Am Sofa zieht es plötzlich. Der Griff geht schwerer als im Sommer. Und morgens steht Wasser unten an der Scheibe.
Vieles davon kannst du selbst prüfen, bevor es richtig kalt wird. Du brauchst ein Blatt Papier, ein paar Tropfen Öl und ein weiches Tuch. Mit etwa einer halben Stunde Zeit machst du deine Fenster winterfest.
1. Dichtungen mit dem Papiertest prüfen
Klemm ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen und schließ das Fenster. Lässt sich das Blatt leicht herausziehen, liegt die Dichtung an dieser Stelle nicht mehr an. Mach den Test an mehreren Stellen rundum. Oben und an der Griffseite fällt es meistens zuerst auf.
Wo das Papier locker sitzt, kommt im Winter die Zugluft herein. Ein Fenster ist dann aber nicht gleich kaputt. Oft liegt es an der Dichtung selbst oder an einem verstellten Beschlag.

Dichtungen pflegen oder erneuern
Wisch die Dichtungen mit warmem Wasser und etwas Spülmittel ab. Danach reibst du sie mit einem Pflegestift für Gummidichtungen ein. So bleiben sie weich und frieren im Winter nicht am Rahmen fest. Öl und Fett gehören nicht an die Dichtung.
Ist eine Dichtung rissig oder hart geworden, hilft keine Pflege mehr. Dann solltest du die Dichtung erneuern. Bei vielen Fenstern lässt sie sich aus der Nut ziehen und gegen ein neues Stück tauschen. Es muss aber genau das passende Profil sein. Nimm im Zweifel ein Stück der alten Dichtung mit in den Fachhandel oder ruf uns an.
2. Beschläge ölen und nachstellen
Die Beschläge sind die Mechanik im Fensterflügel. Mit ihnen lässt sich das Fenster drehen und kippen. Einmal im Jahr brauchen sie ein paar Tropfen Öl. Nimm dafür ein harz- und säurefreies Öl oder ein Sprühfett für Beschläge. Die Tropfen kommen an die Stellen im Falz, an denen Metall auf Metall reibt. Danach öffnest und schließt du das Fenster ein paar Mal, damit sich alles verteilt.

Schleift der Flügel unten oder musst du den Griff mit Kraft drehen, hat sich das Fenster meist etwas gesetzt. Dann muss der Beschlag nachgestellt werden. Das passiert an kleinen Schrauben an Ecklager und Schere, meistens mit einem Inbusschlüssel. Ohne Erfahrung ist das allerdings knifflig. Wer an der falschen Schraube dreht, hat hinterher an einer anderen Stelle einen Spalt. Wenn du unsicher bist, stellen wir dein Fenster gern für dich ein.
3. Entwässerung freimachen
Unten im Rahmen vieler Fenster sitzen kleine Schlitze oder Kappen. Durch sie läuft Regenwasser nach außen ab. Sind sie mit Laub oder Staub zugesetzt, staut sich das Wasser im Falz. Im Winter kann es dort sogar gefrieren.
Mit einem Pfeifenreiniger oder einem dünnen Holzstäbchen bekommst du die Öffnungen wieder frei. Gieß danach bei offenem Flügel etwas Wasser in die Rinne unten im Rahmen. Läuft es zügig ab, ist alles frei.
4. Holzrahmen vor dem Frost ausbessern
Bei Holzfenstern lohnt ein genauer Blick auf den Anstrich. Am stärksten trifft es meist die Wetterseite und die untere Kante vom Flügel. Kleine Risse oder abblätternde Stellen solltest du vor dem Frost schließen. Dringt Wasser ins Holz und gefriert, wird aus einem kleinen Riss schnell ein großer Schaden.

Schleif die Stelle leicht an und streich sie mit der passenden Lasur oder Farbe nach. Kunststoff- und Alufenster brauchen das nicht. Hier reicht es, Rahmen und Falz mit einem milden Reiniger abzuwischen.
5. Stoßlüften statt Fenster kippen
Ein dauerhaft gekipptes Fenster bringt im Winter kaum frische Luft. Dafür kühlt die Wand um das Fenster herum aus. An der kalten Fläche schlägt sich Feuchtigkeit nieder und es kann Schimmel entstehen.
Besser ist Stoßlüften. Mach die Fenster mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten ganz auf. Dreh die Heizung in der Zeit herunter und danach wieder hoch. So tauschst du die feuchte Luft aus, ohne dass die Wände auskühlen.
6. Kondenswasser am Fenster richtig deuten
Beschlagene Scheiben sind nicht immer ein Mangel. Wo das Wasser sitzt, verrät dir die Ursache.
- Innen beschlagen heißt meistens, die Luft im Raum ist zu feucht. Öfter lüften hilft.
- Außen beschlagen am Morgen ist bei gut dämmenden Fenstern normal. Die Scheibe hält die Wärme drinnen, deshalb bleibt die Außenseite kalt.
- Zwischen den Scheiben beschlagen bedeutet, dass die Verglasung undicht ist. Dann muss das Glas getauscht werden.
Häufige Fragen
Wann sollte ich meine Fenster winterfest machen?
Am besten im Oktober oder Anfang November. Dann ist es noch mild genug, um länger mit offenem Fenster zu arbeiten. Lasur und Farbe trocknen bei Temperaturen über zehn Grad deutlich besser.
Wie oft sollte man Fenster warten?
Für die meisten Fenster in einem Wohnhaus reicht einmal im Jahr. Dichtungen pflegen und Beschläge ölen dauert pro Fenster nur ein paar Minuten.
Kann ich ein undichtes Fenster selbst abdichten?
Kleine Sachen ja. Eine verschmutzte Dichtung reinigst du selbst und eine einfache Dichtung kannst du oft selbst tauschen. Dichtband zum Aufkleben aus dem Baumarkt ist meist nur eine Notlösung. Zieht es danach weiter, liegt die Ursache oft am Beschlag oder an der Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk. Das sollte sich jemand vom Fach ansehen.
Wann du uns anrufen solltest
Manches lässt sich nicht mit einem Tropfen Öl lösen. Klemmt ein Fenster trotz Pflege oder zieht es weiter, schauen wir uns das gern bei dir an. Das gilt auch für lose Griffe und für Glas, das zwischen den Scheiben beschlägt. René kommt im ganzen Landkreis Roth zu dir. Vor Ort sagt er dir ehrlich, ob eine Reparatur reicht.
Mehr dazu findest du auf unserer Seite zur Wartung und Reparatur von Fenstern. Oder du schreibst uns direkt über das Kontaktformular.

René Röck
René ist Schreinermeister und seit 2023 auch Gebäudeenergieberater. Er arbeitet seit über 20 Jahren mit Holz und berät Kunden in Heideck, im Landkreis Roth und Umgebung persönlich.
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